Tanger

File 659Tanger, von 1923 bis 1956 internationalisiertes und selbstverwaltetes Territorium, war jahrelang Anziehungspunkt von Aussteigern und mit zollfreiem Hafen prädestiniert als Schmugglernest. Viele Künstler und Schriftsteller nutzen die Stadt mit ihrer geheimnisvoll verruchten Atmosphäre als Inspiration. In den letzten Jahren hat Tanger wegen des Wettbewerbs um den Austragungsort der Weltausstellung 2012 einen Aufschwung vollzogen. Zwar wird die EXPO letztlich nicht hier stattfinden, die Bemühungen, den Anforderungen einer Weltausstellung gerecht zu werden, haben die infrastrukturelle Entwicklung aber stark vorangebracht.

 
File 813Trotz der eingezogenen Moderne kann man in der (Alt-)Stadt noch auf den Pfaden vergangener Zeiten wandeln und ein Stück „echtes Marokko“ erleben. Zum Beispiel am Place du 9 Avril 1947, auch Grand Socco (Großer Markt) genannt.
 
Der Platz ist Mittelpunkt Tangers, gesäumt von zahlreichen Cafés und Teestuben. Markt ist donnerstags sowie sonntags und sollte unbedingt in die Stadtbesichtigung integriert werden. Der „kleine Bruder“ des Großen Marktes, der Kleine Markt, Petit Socco,war Treffpunkt der Händler und Schmuggler.
 
Um die Kasbah herum bildete sich einst die Medina. Die Kasbah liegt am höchsten Punkt der Altstadt, welche sich einen Hügel entlangzieht. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf die Küste Spaniens. Im Musée de la Kasbah, untergebracht im ehemaligen Sultanspalast aus dem 17. Jh., befindet sich eine sehenswerte ethnographische Ausstellung.
 
Neben dem Haupttor der Stadtmauer, dem Bab Fahs, befindet sich der Parc de la Mendoubia (alte Residenz des Sultans) mit jahrhundertealten Dragonienbäumen und einer Sammlung alter Kanonen aus verschiedenen Ländern.
 
Am Place Mohammed V. befindet sich das älteste Café Tangers, das Café de Paris.
 
Tipp: Wer in Tanger Halt macht, sollte sich auch die Zeit nehmen, Chefchaouen (im Hinterland Tangers) zu besichtigen. Chefchaouen liegt ca. 600 Meter hoch. Die Medina zählt zu den schönsten Marokkos.