Marrakesch

File 641In Marrakesch, der alten Kaiserstadt im Südwesten Marokkos, treffen zahlreiche Gegensätze aufeinander. Über eine Million Menschen haben sich hier inzwischen angesiedelt und führen ein Leben zwischen Tradition und Moderne, Orient und Okzident, Islam und westlicher Freizügigkeit, Slums und Luxusresorts.

 
Die „Rote Stadt“ liegt inmitten einer Oase am Fuße des Hohen Atlas, wo man von Dezember bis März sogar dem Wintersport frönen kann. Trotz der Anschläge vom 11. September 2001 in New York und vom 16. Mai 2003 in Casablanca, ist Marrakesch beliebt wie nie zuvor. Nicht nur das Filmfestival im September zieht auch die „Stars und Sternchen“ an. Besucher sollten sich zwei bis drei Tage Zeit nehmen, um diese „magische Stadt“ zu erkunden!
 

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Zur Geschichte
Auf einem Lagerplatz für Karawanen erfolgte im Jahr 1062 die Anlage eines almoravidischen Heerlagers, die „Geburt Marrakeschs“. Ab 1070 Ausbau zu einer Siedlung und Entwicklung zu einem bedeutenden Handelszentrum. In den Jahren 1126/27 schließlich Anlage der Stadtmauern. Durch die Jahrhunderte hindurch wurde Marrakesch mehrfach erobert (u.a. 1147 durch Sultan Abd el Moumen,1269 durch das Volk der Meriniden, 1521 durch die Saadier). Marrakesch profitierte vom Gold- und Sklavenhandel mit Timbuktu sowie Westafrika und wurde nach und nach zu einer imposanten Metropole ausgebaut. Unter Sultan Moulay Ismail (1672-1727) verlor die Stadt wieder an Bedeutung, bis Sultan Moulay Hassan sie 1873 zur Residenz bestimmte. 1912 Eroberung durch den Rebell El Hiba, kurz danach Besetzung durch die Franzosen. Der Berberfürst El Glaoui wurde zum Pascha ernannt, seine Macht erst 1956 gebrochen, als König Mohammed der V. nach der Unabhängigkeit den Thron bestieg.
 
Die Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe)
Das Herz Marrakeschs ist sicherlich der Place Djemaa el Fna (Platz der Geköpften), mitten in der Medina (Altstadt). Auf dieser „Freilichtbühne“ treffen sie sich – die Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler, Marktschreier, Artisten und Feuerschlucker, um vor allem den Touristen ein großes Spektakel zu bieten. Doch Vorsicht, nichts ist umsonst: Auch der, der nur kurz schaut, wird zur Kasse gebeten. Unbedingt kosten sollte man die Speisen der zahlreichen Garküchen, die Spezialitäten der Region anbieten – preiswert und sauber (Lebensmittelkontrollen werden regelmäßig durchgeführt).
 
Die Souks von Marrakesch sind ebenfalls ein absolutes Muss für jeden Besucher. Sie beginnen an der Nordseite des Place Djemaa el Fna und präsentieren Waren aller typischen Kunsthandwerke des Landes: z. B. Keramik- und Tongefäße, Textilien, Lederwaren, Schmuck oder Teppiche. Wer sich einen Überblick über Stilrichtungen und Materialien des berberischen Kunsthandwerks machen möchte, der sollte das Museum Dar Si Said besuchen (im Südteil der Medina).
 
Ein Gotteshaus der Einheimischen, ebenfalls im Norden der Medina, ist die Ben Youssef Moschee. In nächster Nähe die Medersa Ben Youssef, einst diegrößte Koranschule des Maghreb mit Studenten aus allen Gegenden Marokkos. Sie ist eines der ältesten Gebäude Marrakeschs und kann täglich besichtigt werden.
 
Das Wahrzeichen der Stadt aber ist das 77 Meter hohe Minarett der Koutoubia-Moschee („Moschee der Buchhändler“), gelegen an der Ostseite des Place. Erbaut 1158 erhielt die Moschee diesen Namen, weil sie von diversen Geschäften umgeben war, in denen Handschriften verkauft wurden. Das Minarett, erbaut 1189, gilt bis heute als Modell marokkanischer Architektur. Betreten werden darf die Moschee nur von Muslimen, ihr prächtiges Innenleben bleibt Touristen leider verborgen.
 
Der Palais de la Bahia (im Südteil der Medina) stellt eine weitere Sehenswürdigkeit Marrakeschs dar. Dieser Wesirpalast wurde um 1900 erbaut und man kann sich hier ein Bild machen über den Prunk orientalischer Fürstenhäuser.
 
Auch sehenswert sind die Ruinen des El Badi-Palastes, einst eine der prächtigsten Anlagen des Maghreb. Sie liegen südlich des Place des Ferblantiers, dem Quartier der Lampenmacher. In der Nähe der Königspalast Dar el Makhzen, in dem der König während seiner Aufenthalte in der Stadt residiert. Südlich davon befinden sich die Agdal-Gärten (Olivengärten), die, wie auch die Menara-Gärten im Norden Marrakeschs, Erholung bieten. Der schönste Garten jedoch ist sicherlich der Jardin Majorelle in der Neustadt und dessen Besuch eine lohnende Pause vom Trubel der Stadt.
 
Westlich des Place des Ferblantiers gelangt man zu dem Stadttor Bab Aganou sowie zum benachbarten Tor Bab er Robb. Ähnlich wie auf dem Place Djemaa el Fna wurden auch hier die Köpfe der Hingerichteten aufgespießt.
 
Spaziert man durch die Tore hindurch, gelangt man in das Kasbah-Viertel, die alte Almohaden-Stadt. Südlich davon liegen die Saadier-Gräber. Diese wurden Ende des 16. Jahrhunderts angelegt und unter Mulay Ismail zugemauert. Erst 1917 entdeckte man bei Bauarbeiten den Eingang der zwei Mausoleen wieder. Das größere birgt die letzte Ruhestätte von Ahmed el Mansour, einem Sultan, der von 1578-1603 lebte. Für eine Besichtigung sollte unbedingt Zeit eingeplant werden.
 
 
Die Neustadt
Westlich der Medina befindet sich die Neustadt Marrakeschs, gebildet aus dem Viertel Guéliz und dem Hotelviertel Hivernage. In der Neustadt treffen Besucher auf moderne Geschäfte, Boutiquen, Hotels, Resorts, Restaurants, Cafés und Diskotheken nach europäischen Standards. Auch sämtliche Verwaltungsgebäude sind hier angesiedelt.
 
Tipps
Abgefahren: Plage Rouge (Party pur)
 
Exotisch: Wüstenhotel La Pause (nirgends glitzern die Sterne schöner)
 
Heiß: Ballontouren
 
Legendär: Hotel Mamounia (hier trank schon Churchill seinen Whiskey)
 
Modern: Filmfestival (September)
 

Traditionell: Folklorefestival im El Badi-Palast (Juni)